Leben// Unser Weg zum Trocken werden

In vielen Mamagruppen bei Facebook lese ich schon fast verzweifelte Fragen warum ihr Kind mit 3 noch nicht trocken ist. Deswegen möchte ich meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen.

Ich glaube in vielen Köpfen ist noch verankert, dass das Kind erst trocken in den Kindergarten darf. Das war aber früher so. Vielleicht machen sich viele Mütter deswegen so einen Druck. Mein Kind ist 3 und noch nicht trocken. Völlig frustriert ist man, wenn andere Mütter Antworten, mein Kind war schon mit 2 Windelfrei. Gut, sie berichten auch von vielen Pipiunfällen und jeder Menge Wäsche.

Es gibt Unmengen an Ratgebern und Techniken die das Trocken werden erleichtern oder auch beschleunigen sollen. Ich für meinen Teil, halte überhaupt nichts vom zwanghaften Töpfchentraining. Ich rede jetzt natürlich von den extremen Techniken, wie alle 15 min auf das Töpfchen setzten.

Das Kind entscheidet wann es soweit ist. Natürlich kann es schon mit 1 Jahr soweit sein, aber auch erst mit 4. Das ist ganz individuell.

An meinen  beiden Kindern habe ich bemerkt das sie erst gewisse Phasen durchlaufen müssen.  Bei Celina hat es etwas länger gedauert, sie war erst mit 3 1/2 tagsüber trocken. Sophia ist im Mai 3 geworden und ca. 8 Wochen vor ihrem Geburtstag war es soweit, sie wollte keine Windel mehr. Wir sind noch weit davon entfernt die Windel nachts weg zu lassen. Celina war kurz nach ihrem 4. Geburtstag nachts windelfrei. Ihr seht. selbst bei Geschwistern ist es total unterschiedlich.

Nochmal zu den Phasen die ich an meinen Kindern bemerkt habe. Sie müssen zuerst einmal verstehen das etwas in ihrem Bauch passiert. Dieses Gefühl kennenlernen wenn man Pipi muss. Viele Kinder ziehen sich auch in dem Zeitraum für ihr Geschäft zurück. In diesem Zeitraum habe ich angefangen ihnen ein Töpfchen zu geben. Dieses durften sie sich zuvor selbst aussuchen und stolz nach Hause tragen. Sie haben sich quasi erstmal ganz in Ruhe damit angefreundet. Teilweise saßen sie eine halbe Stunde darauf, mit einem Buch in der Hand und nichts geschah. Trotzdem habe ich sie dafür gelobt. Teilweise waren sie dabei sogar bekleidet.

Bei Sophia kam plötzlich eine ganz neue Phase. Da muss ich sagen diese hat mich an meine Grenzen gebracht.Und zwar hat sie ihren Windelinhalt gerne auseinander genommen und begutachtet. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen was das für eine Sauerrei war. Das passierte ganz ruhig in ihrem Bett. Gleichzeitig kam auch ihr Wunsch, mal ohne Windel zu sein. Das war letztes Jahr im Sommer. Nach ca. 2 wochen kam aber wieder der Wunsch auf, eine Windel an zuziehen. Und dabei blieb es auch erstmal. Sie hatte wieder einen süßen Windelpopo.

Bei Celina war es z.b. ganz anders. Es war ständig ein Wechsel. Bis wir bemerkt haben das sie absolut nicht auf Töpfchen möchte und lieber wie die Mama auf die Toilette. So hatten wir ihr dann einen richtigen Thron gekauft.  Ihr merkt schon, jedes Kind bevorzugt etwas anderes. Das musste ich aber auch erst rausfinden. 

Was meine beiden Mädels auch sehr lustig fanden, sich von Ihrem Geschäft zu verabschieden. Wir haben immer Tschüss Pipi oder aa gesagt und haben gewunken. so haben sie sich wieder auf ihren nächsten Toilettengang gefreut.

 

Wie ihr merkt es ist ein langer und auch oft holpriger Prozess. Nachts war bei Celina schon fast ein Kinderspiel. Als ich bemerkte das Nachts die Windel trocken blieb, habe ich sie einfach weg gelassen. natürlich ist noch der ein oder andere Unfall passiert. Das bleibt nicht aus. 



Ich bin gespannt wie es bei Sophia sein wird. Noch trägt sie gerne ihre Windel und verlangt danach.  Genauso gespannt bin ich wie es mit einem Jungen sein soll. Die sollen ja etwas schwierig in der Sauberkeiterziehung sein.Ich werde aber auch wieder aus dem Bauch raus entscheiden und den kleinen Mann sein eigenen Weg wählen lassen. Egal wie lange es dauert.

Erzählt doch mal. Wie war es bei euch? Wie habt ihr das gehandhabt? Das würde mich mal interessieren.

Ich möchte nochmal darauf hinweisen das es meine persönliche Erfahrung ist. Ich habe mich von meinem Bauch und Gefühl leiten lassen. Genauso möchte ich niemanden persönlich angreifen. Jeder von uns hat diesen persönlichen Druck in der Kindererziehung. Egal ob das mit der Sauberkeiterziehung ist oder mit dem Laufen.

Ich bin mir ganz sicher, ihr findet euren Weg.

Eure Nadine

 

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