Leben//Geschwisterkind trifft Baby.Unser Weg zur großen Schwester.

Schon während der Schwangerschaft habe ich mir viele Gedanken gemacht. Wie wird Celina auf das neue Familienmitglied reagieren? Wird sie stolz sein, eine große Schwester zu sein? Oder wird sie sich zurück gestellt fühlen, weil ein Baby viel mehr Aufmerksamkeit braucht wie eine 4 Jährige?

Wir wollten Celina so gut wie Möglich auf ihre neue Rolle,als große Schwester vorbereiten. Aber wie macht man es am besten? Schließlich verstehen sie noch nicht wirklich was da in Mama´s Bauch los ist.

Unser Weg zur Großen Schwester

Knapp 4 Jahre alt war Celina als ihre kleine Schwester Sophia zur Welt kam. Ich erinnere mich noch genau an den ersten Moment. Ich weiß nicht wer aufgeregter war, wir  Eltern oder Celina.

In der Schwangerschaft liebkoste sie täglich meinen immer runder werdenden Bauch. Sie konnte nicht in den Kindergarten ohne ihrer Schwester tschüss zu sagen. Das wurde zum Ritual. Morgens und Abends wurde immer mein Bauch gestreichelt, geküsst und versucht mit den Armen um die Mama zu kommen.

Wir haben sie generell immer mit einbezogen. Sie durfte mit zum Ultraschall und das Baby dort bestaunen oder die Herztöne hören. Das war immer richtig aufregend für sie. Als Celina gehört hat das sie eine Schwester bekommt war sie natürlich ganz aus dem Häusschen. „Wir können zusammen mit Puppen spielen, juhuu“, so lautete ihr erster Satz. Es drehte sich alles nur noch um das Baby. Am liebsten wollte sie loslaufen und alles doppelt kaufen damit ihre Schwester auch direkt mit ihr spielen kann. Natürlich musste wir sie da ein bisschen bremsen und ihr erklären was es bedeutet ein Baby zu haben. Das es ebend noch nicht direkt mit ihr im Zimmer spielen kann. Da kam uns ein Buch zur Hilfe. Aus der wieso weshalb warum Reihe, Unser Baby. Es wurde zu ihrem Lieblingsbuch und wir musste es fast täglich mit ihr anschauen. So verstand sie schon etwas, was es bedeutet ein Baby zu Hause zu haben. Das es ebend noch nicht sofort Spielen kann.

 Aber auch das hat ihre Freude nicht getrübt. Das hatte mich schon ungemein beruhigt. Eines unserer Rituale war, das sie meinen Bauch einölen durfte. Spannend war es für sie, als sie die Bewegungen richtig gespürt hat. Ich denke dann wurde es noch realistischer für sie. Sie nahm oft ihr Kuscheltier und legte es auf meinen Bauch oder sang ihrer Schwester Kindergartenlieder vor. Es war unglaublich schön ihre Freude zu sehen.
Ein Highlight war natürlich als sie gemeinsam mit Papa meinen Bauch anmalen durfte und beim Gipsabdruck helfen durfte. Bald ist meine Schwester da.

Und da war er nun, der Moment der ersten Begegnung. Ganz vorsichtig öffnete sich die Tür und ein kleiner blonder Kopf lugte hervor.Vorher hatten Oma und Opa ihr schon Bilder von ihrer kleinen Schwester gezeigt und sie war direkt verliebt. Sophia lag bei mir im Arm und Celina kam ganz vorsichtig näher. Ich glaube für einen kurzen Moment hielt sie den Atem an.

Ihr Blick war voller Liebe und Freude. Direkt wurde Sophia gestreichelt und geküsst. Und natürlich wollte Celina ihre Schwester direkt auf den Arm nehmen. Sie hat sich in mein Bett gesetzt und nahm ganz stolz ihre Schwester in Empfang. Sie rührte sich wirklich keinen Millimeter.

 Ich bin jetzt große Schwester.

Wir hatten uns vorher überlegt, das Sophia ein kleines Geschenk mitbringt. Das war erstmal total uninteressant. Ich weiß noch das es ein eckiges Paket war und Celina sich Tagelang fragte wie das Paket in meinen Bauch gepasst hat. Schließlich war mein Bauch ja rund und nicht eckig😂

Sophia ist zu Hause angekommen

Da ich 6 Stunden nach der Geburt zu Hause war, konnten wir uns direkt in der gewohnten Umgebung neu finden. Aber ehrlich gesagt gab es von Anfang an keine Probleme.  Celina war richtig Aufmerksam und Verständnisvoll. Und wir haben oft den ganzen Tag einfach nur im Bett gelegen und gekuschelt. Alle gemeinsam,zu viert.

Sie durfte ihr die Flasche geben , Sophia in den Arm nehmen und küssen. Wir haben es immer alles locker genommen, auch wenn Celina die typische Kindergarten-Rotznase hatte, durfte sie ihre Schwester küssen. Weil ich glaube es gibt nicht schlimmeres als Ablehnung. Natürlich musste man sich an solche Dinge erstmal gewöhnen, das erste Kind hat man schließlich vor allem ferngehalten.

 

Generell muss man bei kleinen Geschwisterkindern einfach über viele Dinge hinwegsehen.

Ob es die kleinen wuseligen Finger sind, die ungeschickt versuchen den Schnuller in den Mund zu stecken. Oder halt auch die Rotznase. Wie oben schon erwähnt, finde ich nichts schlimmer als Ablehnung. Die größeren Geschwister sollten den Umgang von Anfang an lernen. Aber auch die kleinen lernen mit den kleinen wusel Fingern umzugehen. Wie sollen sie ein Band knüpfen, wenn man das Größere Kind auf Abstand hält? Oder wie soll sich das Große Kind fühlen? Ich persönlich kann mir nur vorstellen das es mit Wut und Eifersucht reagiert oder sich ruhig und verletzt in die Ecke setzt. Schließlich sind das auch komplett neue Gefühle für ein Kind. Je nach Alter können sie sich noch nicht ausdrücken und sagen was sie stört oder was sie wollen.  Deswegen haben wir uns für einen offenen Umgang entschieden, wo das Größere Kind lernt Rücksicht zu nehmen und Vorsichtig im Umgang zu sein. Und das von Anfang an.

Mich würde an dieser Stelle mal interessieren wie ihr das so gemacht habt? Oder wie ihr das seht?Schreibt mir das doch einfach unten in die Kommentare.
Für uns war es so perfekt. Auch beim Nicklas, der 14 Monate nach Sophia kam, haben wir es nicht viel anders gemacht. Selbst Sophia durfte ihn halten, obwohl sie erst 1 Jahr alt war. Natürlich nur unter Aufsicht. Aber diese Momente haben schon gereicht um sie unglaublich stolz zu machen. Sie wich gar nicht mehr von seiner Seite. Sie hat ihn schon fast erdrückt mit ihrer ganzen lieben. Sophia war an keinem Punkt eifersüchtig. Auch nicht, wenn Celina ihrem Bruder die Flasche gegeben hat. Dann durfte Sophia ebend den Schnuller geben. Wir haben immer geschaut das zu teilen das sich keiner der Mädels benachteiligt fühlt.

 

 

Vielleicht haben wir einfach nur Glück gehabt, das alles Problemelos lief. Man weiß es nicht. Jede Familie wählt für sich den richtigen Weg, da bin ich mir sicher.

Aber ihr könnt euch sicher sein, auch in der nächsten Schwangerschaft, werde ich genauso da sitzen und mir wieder den Kopf zerbrechen 🙂 So sind wir doch einfach, wir Mama´s, oder?😜

Alles Liebe,

Eure Nadine

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