Leben// Wenn die Schwangerschaft plötzlich endet.

Auf dem Monat September liegt ein Schatten. Mein Herz ist schwer. Meine Gedanken kreisen und mein Blick geht ins leere. Hier meine Geschichte zu meiner Fehlgeburt.

Die Gedanken schmerzen

Am 17.09. wäre der Entbindungstermin für unser 4. Wunder gewesen. Das jetzt nieder zu schreiben, treiben mir wieder die Tränen in die Augen. Ich war so blauäugig und habe gedacht nach 3 Problemlosen Schwangerschaften passiert mir so etwas nicht. Blauäugig ist vielleicht nicht ganz richtig, ich habe überhaupt keinen Gedanken an eine Fehlgeburt gefasst.

Das Herz schlägt einfach nicht mehr

In der 11. Schwangerschaftswoche hat das Herzchen aufgehört zu schlagen. Einfach so. Ich hatte 2 Wochen lang leichte Blutungen. Deswegen musste ich ein Gelbkörperhormon einnehmen. Und die Blutungen hörten auf. Die Freude war unbeschreiblich, als ich in der 8. Woche das Herz schlagen hörte. Meine Ärztin meinte, wenn das Herzchen so kräftig schlägt, passiert jetzt nichts mehr. Falsch gedacht. 2 Wochen später schlug es nicht mehr. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Diesen Schmerz. Mir wurde mein Herz ausgerissen. Unter Tränen rief ich Holger an. Natürlich hat er kaum ein Wort verstanden. Weil ich nur am Weinen war. Er kam sofort nach Hause.

Ich saß einfach auf der Couch und starte ins Leere. Immer wieder diese Frage. Warum? Warum wir? Warum? Hab ICH was falsch gemacht?

Ich sollte mich im Krankenhaus vorstellen. Den Anruf konnte ich nicht tätigen. Es ging einfach nicht. Holger hat das für mich übernommen.

Im Krankenhaus saß ich da, um mich herum Schwangere und Neugeborene. Tränen kamen keine mehr. Plötzlich kam die Wut. Ich war wütend über jede Schwangere. Die nach außen so eine Glückseligkeit ausstrahlte. Das hielt ein paar Wochen an. Und immer diese Frage Warum?

Es blieb nur noch der Weg ins Krankenhaus

Im Krankenhaus wurde ich nochmal untersucht. Blutungen haben eingesetzt. Mir wurde noch mehrere Male mein kleines Baby gezeigt. Ich habe jedes Mal hoffnungsvoll nach dem Herzschlag geschaut. Aber nein, er blieb aus. Es folgten Abklärungen, der Schriftkram usw. Ich hörte nur halbherzig zu.
Am nächsten Tag, den 15.2. sollte der Eingriff gemacht werden. Die Nacht habe ich fast nur geweint. Ich weiß gar nicht genau wie ich meine Gefühle beschreiben soll. Eine Mischung aus Traurigkeit, Wut und Verzweiflung aber gleichzeitig war ich froh das es morgen früh vorbei ist. Wie gesagt, es ist schwer zu beschreiben und in Worte zu fassen.

Ein Marienkäfer, ein Zeichen?

Der Eingriff selbst war Okay.Natürlichgin es mir psychisch nicht gut. Auch körperlich  habe ich 24 Stunden lang gezittert und mir war schlecht. Ich weiß nicht ob es an den Hormonen lag oder ob ich die Narkose diesmal nicht so gut vertragen haben. Achso, eins möchte ich noch erzählen. Als ich aus der Narkose erwachte, lag ich im Aufwachraum direkt am Fenster. Dieses war etwas geöffnet. Meine Hand lag direkt neben meinem Gesicht, und auf ihr saß ein kleiner Marienkäfer. In diesem Moment überkam mich eine Gänsehaut und eine Glückseligkeit. Dieser kleine Marienkäfer, ein Zeichen? Holger meinte, ob ich es mir nicht eingebildet habe. Aber egal ob er da war oder nicht, in diesem Moment hat es mich glücklich gemacht.

Und wie geht’s dir jetzt?

Holger war immer für mich da. Stark, an meiner Seite. Wir haben oft und viel darüber gesprochen, das hat geholfen. Immer wenn ich weinen wollte, konnte ich es. Viele Blogbeiträge und YouTube Videos haben mir ebenfalls geholfen. Die Fragen wurden weniger, die ich mir immer wieder gestellt habe. Weil, es gibt keine Antwort. Um etwas greifbares zum Trauern zu haben, haben wir uns einen Engel und eine Kerze geholt. Es hat mir geholfen und noch immer steht sie hier. Und er wird auch nicht weichen.

Ihr habt Doch 3 gesunde Kinder

Ja, die haben wir. Und dafür sind wir unendlich Dankbar. Durch das erlebte vielleicht noch ein bisschen mehr. Aber trotzdem schmerzt es genauso, egal ob man Kinder hat oder nicht. Mein Mitgefühl denen gegenüber, die es schon mehrere Male hinter sich haben und noch keine Kinder haben, ist noch größer. Es ist nicht in Worte zu fassen. Egal in welchem Stadium, es ist immer schwer ein Kind zu verlieren. Großen Respekt an die jenigen, die es auf natürliche Weise austragen müssen. Ich glaube ich würde zerbrechen. Weil, sobald man erfährt das man schwanger ist, fühlt man eine unendliche Liebe.

Und eines möchte ich noch sagen. Egal wie ihr trauert, es ist nichts peinlich oder komisch. Egal ob ihr in den Wald geht und euren Schmerz herausschreit oder wie ich, euch etwas hinstellt. Ihr dürft trauern, auf eure Weise wie ihr euch wohl fühlt.

Alles Liebe,

Nadine

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3 Gedanken zu „Leben// Wenn die Schwangerschaft plötzlich endet.

  1. Airee sagt:

    Deine Geschichte erinnert mich an meine uns berührt mich sehr. Ich habe leider noch keine Kinder aber kurz vor Entbindung und bin daher sehr ängstlich in der Schwangerschaft, gerade auf den letzten Metern. Ich hatten aufgrund von Gelbkörperschwäche Abgänge. Das war sehr schmerzhaft. Man war schwanger und freute sich, plötzlich ging es ab. Das schlimme war das kein Arzt das diagnostiziert hatte. Sondern ich selbst… Nach 6 Monaten.

    Ich wünsche dir alles Gute ! 💕 glg Airee

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